Reinhard Kahl und Klaus Theweleit im Gespräch
Der Missbrauch von Kindern in Schulen und pädagogischen Einrichtungen ist zu einem Thema geworden, das sich lawinenartig ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrängt hat. In den vergangenen Monaten verging kaum ein Tag, an dem es nicht neue, schockierende Anklagen und Enthüllungen gab. »Missbrauch« ist ein Wort mit enormer Unklarheit, das aber in seiner ahnungsvollen Hilflosigkeit durchaus passt. Der Hamburger Journalist Reinhard Kahl und der Freiburger Professor für Soziologie Prof. Klaus Theweleit unternehmen den Versuch, das schwierige Themenfeld, in dem es u.a. um Macht, Lügen, Gewalt und Idealisierungen geht, in einem Zwiegespräch zu erörtern. Was, so ihre zentrale Frage, hat es mit den Abspaltungen und Priesterideologen, auch den säkularisierten, auf sich?
Reinhard Kahl ist Journalist und Filmemacher. Er studierte Erziehungswissenschaften, Philosophie, Soziologie und Psychologie und arbeitete für verschiedene Rundfunkanstalten und Zeitungen. Für seine Arbeit wurde Kahl mehrfach ausgezeichnet, unter anderem erhielt er 1987 für die NDR-Serie »Kindsein ist kein Kinderspiel« den Grimme Preis. Im Jahr 2007 gründete er das Netzwerk »Archiv der Zukunft«, eine Plattform für Veranstaltungen und Diskussion rund um das Thema Schule.
Klaus Theweleit ist Soziologe und freier Autor. Er hat Lehraufträge in den USA, der Schweiz und Österreich. In seinem bekanntesten Buch »Männerphantasien« untersuchte er soldatische und faschistische Literatur.
Sonntag, 4. Juli 2010, 11 Uhr / Großes Haus / Eintritt frei